Mittwoch, 29 November 2017 08:17

Mit vielfältigen Mitteln gegen Gaffer

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Gaffer am Unfallort Gaffer am Unfallort fotolia@RioPatuca Images

Schlimm genug, wenn es so gekracht hat, dass das volle Rettungsprogramm ausrücken muss: Notarzt, Polizei, Feuerwehr. Denn das heißt in der Regel, dass es mindestens Verletzte gegeben haben muss. Genauso schlimm aber auch das Verhalten vieler Schaulustiger.

Die Berichte über Menschen, die Rettungsarbeiten behindern oder sogar filmen, nehmen zu. Das passiert durch Schaulustige, auch Gaffer genannt, die an einen Unfallort eilen oder auch direkt aus dem vorbeifahrenden Auto heraus. Schlimmstenfalls werden die Aufnahmen sogar auf gängige Videoportale im Internet gestellt. Viele Gemeinden und Städte versuchen, gegen diese Unsitte mit verschiedenen Mitteln vorzugehen, denn die Sensationslust mancher Leute scheint weiter zu steigen.

So hat z.B. die Kehlheimer Feuerwehr eine aufblasbare Sichtschutzwand angeschafft, die um die Unfallstelle herum vor neugierigen Blicken schützen soll. Innerhalb von 2 Sekunden ist sie aufgeblasen, 20 Meter lang und über 2 Meter hoch. An anderen Unfallstellen müssen extra Polizeikräfte bereitgestellt werden, die sich nur um Gaffer kümmern - und ihrerseits die Verstöße als Beweis mit dem Handy aufnehmen. 

Der Gesetzgeber hat daher schon länger Maßnahmen zur Strafverfolgung oder Bußgeldverhängung getroffen, und diese sollen noch weiter verschärft werden. Schon allein ein während des Fahrens benutztes Handy ist verboten. Wird dabei noch ein Unfall gefilmt, kommt ein weiterer Straftatbestand hinzu. Was im Ernstfall wie geahndet wird, ist genau festgelegt, so im Bußgeldkatalog 2017:

• Gaffen an sich als Ordnungswidrigkeit: 20 bis 1.000€ Bußgeld

• Behinderung der Einsatzkräfte durch Befahren oder Parken auf dem Seitenstreifen: 20 bis 25€ Bußgeld

• Keine Rettungsgasse gebildet: 20€ Bußgeld

• Behinderung der Rettungskräfte durch Nötigung: Bis zu 5.000€ Strafe, bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe (wird als Straftat gewertet)

• Unterlassene Hilfeleistung: Bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe, Geldstrafe

• Filmaufnahmen oder Bilder vom Unfall machen: Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren, Geldstrafe

Insbesondere beim letzten Punkt geht es nicht nur um Behinderung der Rettungsarbeiten, sondern auch um die Wahrung der Persönlichkeitsrechte möglicher Unfallbeteiligter. Wären Sie betroffen, würden Sie doch auch nicht gefilmt werden wollen. Oder?  

Gelesen 72 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 29 November 2017 13:14

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