Montag, 24 April 2017 10:21

Unsere Straßen - ein Problem

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Unsere Straßen Unsere Straßen fotolia©eyetronic

"Früher war alles besser..." haben wir bestimmt schon oft und zu allen möglichen Gelegenheiten gehört. Betrachten wir einmal den Zustand der bundesdeutschen Straßen, ist da sogar etwas dran. An Schäden in dem Ausmaß, das sie momentan haben, kann man sich nicht erinnern. Qualität hin oder her - wir hatten früher einfach ein ganz anderes Verkehrsaufkommen sowohl in Anzahl als auch Art der Fahrzeuge.

Mit dem Fall der Mauer und der Beendigung des Kalten Krieges ganz allgemein im Osten ist ein enormes Potential freigeworden. Vor allem aber der explosionsartig zugenommene Schwerlastverkehr hatte dramatische Folgen für den ehemals guten Zustand unserer Fahrbahnen und unser Straßennetz, für dessen Qualität wir einstmals beneidet wurden. Beim Bau der meisten Schnellstraßen oder Autobahnen war das, was auf sie zukommen würde, noch überhaupt nicht abzusehen.

Durch eine immer wiederkehrende Belastung nutzt sich die Verbindung zwischen Asphaltfundament und Oberfläche ab. Diese Belastungen haben nun massiv zugenommen, außerdem sind unsere ursprünglichen Asphaltbeläge für ein derartiges Ausmaß an Schwerlastverkehr überhaupt nicht geeignet. Je angegriffener eine Straßen-Oberfläche ist, desto mehr und schneller kann Feuchtigkeit in Form von Wasser oder geschmolzenem Schnee in die porösen Stellen eindringen; bei Frost oder auch nur Nachtfrost gefriert dieses Wasser unter der Oberfläche und weitet sich aus. Wird es wieder wärmer, verdunstet dieses in die Oberfläche eingedrungene Wasser, und der entstandene Hohlraum wird durch über ihn fahrende Autos und LKW zu dem, was wir allgemein Schlagloch nennen. Straßen müssen außerdem schwingen können, um den Belastungen standzuhalten. Der Teufelskreis endet natürlich nicht - immer mehr Verkehr, immer mehr Abnutzung, immer mehr Schlaglöcher. Und an ein Fallen des Eisernen Vorhangs und die letztendlich folgenden LKW-Kolonnen, für die unsere Straßenbeläge einfach nicht geeignet sind, hat vor 30 Jahren noch niemand gedacht.

Es gibt durchaus Lösungsansätze. So ist z.B. schon vor über 10 Jahren eine Asphaltmischung entstanden, in der der Asphaltklebstoff Bitumen mit zusätzlichen Polymeren versetzt wurde. Das Ergebnis war ein wesentlich belastunsfähigerer als unsere herkömmlichen Straßenbeläge - im Test. Das Problem: Das liebe Geld. Die Versetzung des Asphalts mit diesen Polymeren kostet natürlich einiges mehr. Bevor man sich an die Umsetzung machen könnte, müsste sich dieser Straßenbelag natürlich an exponierten Stellen bewähren. So oder so - auf eine Umsetzung eventueller Lösungen wird man noch warten müssen.

In Sachsen kommt in einigen Städten zumindest für die Sanierung der Straßen, das heißt das Stopfen der Schlaglöcher, ein sogenannter Kaugummiasphalt zum Einsatz. Die genaue Zusammensetzung ist geheim, die Verwendung soll sich aber bisher bewährt haben, da der Kaugummiasphalt im Schlagloch "mitwächst", also flexibel ist und sich dem sich bewegenden Asphalt anpasst. Die bisher damit gestopften Löcher haben nun schon einige Jahre überstanden und sind nicht wieder aufgebrochen.

Bis es eine anerkannte Lösung für unser Straßennetz geben wird, die bezahlbar bleibt, wird es wohl noch einige Zeit dauern. Aber es stimmt ja schon einmal hoffnungsvoll, dass die ein oder andere Entdeckung hierfür schon gemacht wurde. 

Gelesen 685 mal Letzte Änderung am Montag, 24 April 2017 12:42

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